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Einführung IP Sec
Wir haben uns erlaubt, die Einführung
in die VPN - Theorie der Diplomarbeit von Olivier Gärtner und
Berkant Uenal zu entnehmen. Das Komplette Dokument Ihrer Diplomarbeit
kann man hier einsehen.
Die VPN / IPSec Theorie
ist
in folgende Kapitel unterteilt:
Was
ist ein 'Virtual Private Network'
Ein virtuelles privates Netz
verbindet lokale Netze (Intranetze) über öffentliche Netze
(Telefonnetz, Internet) miteinander. Der Ausdruck “privat” bedeutet, dass
die Verbindung
zwischen Rechnern genauso gut gesichert ist, wie wenn die Rechner zusammen
in einem
geschützten lokalen Netz stehen würden. Obwohl die Rechner räumlich durch
das öffentliche
Netz getrennt sind, hat man durch das Tunneling-Verfahren eine Situation
geschaffen, welche
die Rechner ‘virtuell’ wie in einem lokalen Netz verbindet. Angesichts
dieser Gründe folgte
der Name ‘Virtual Private Network’.
Wie erwähnt, werden die Netze über ein unsicheres öffentliches Netz verbunden,
trotzdem
sind durch VPN folgende Sicherheitsvoraussetzungen für eine gesicherte
Verbindung gegeben: |
- Authentifizierung des
Kommunikationspartners
- Integrität der Informationen,
d.h., die gesendeten und empfangenen Daten sind nicht verändert worden
- Abhörsicherheit durch
Verschlüsselung
- Identitätsverbergung der
Kommunikationspartner und Protokollunabhängigkeit ab der dritten Schicht
durch Tunneling
- Schutz des lokalen Netzes
vor dem öffentlichen Netz durch einen Firewall
|
| Das Bilden von privaten Netzen
ist nicht neu. Die alte Methode verwendet dafür temporäre oder permanent
gemietete öffentliche Leitungen vom Telefonnetz , welche somit privat
und daher als ‘sicher’ betrachtet werden kann. Die Skizze soll einen Überblick
über die alte Methode des Anschlusses an das Firmennetz illustrieren. |
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Mobile Client und Tele-Heimarbeiter
wählen sich mittels eines Modems in das lokale Netz
ein. Je nach Distanz (Ferngespräche) kann das zu sehr teuren Telefonkosten
führen.
Verbindungen mittels Mietleitungen
zu eigenen lokalen Satellitenbüronetzen mit dem
Firmennetz sind trotz steigendem Konkurrenzkampf der Leitungsanbieter
eine teure
Angelegenheit. Die Gebühren einer Mietleitung beinhalten Anschluss und
Distanz.
Das benützen des Internets
als öffentliches Netz bringt den Unternehmen einige Vorteile:
Einsparungen von 60-80%
der Telefonkosten bei Tele-Heimarbeitern und mobile Clients
Ferngespräche bezahlt man jetzt unter Nutzung des Internets zum Ortstarif.
Einsparungen von 20-50% der Kosten von Mietleitungen.
Weltweite Zugriffsmäglichkeiten aufs Internet und somit auf das lokale
Firmennetz.
Weniger Hardware und somit weniger Unterhaltsarbeit im Firmennetz, also
kein Remote
Access System mit seinen Modems mehr im Firmennetz
. Förderung des E-Commerce übers Internet.
Die Skizze illustriert VPN-Lösungen
übers Internet:
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| Wie man sieht, gibt es verschiedene
VPN Architekturen. Allen gemeinsam ist die Benützung
eines Tunnels, das entweder bis zu den Host’s selber geht oder nur bis
zum ISP (Internet
Service Provider). Für den kommerziellen Bereich gibt es drei exemplarische
Fälle für den
Einsatz von Virtual Private Networks. |
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VPN
Architekturen
End-To-End

| Diese ist die sicherste Lösung
für ein VPN-Verbindung über das Internet. Der Tunnel mit den
verschlüsselten Daten deckt die ganze Verbindung bis zu den Hosts ab.
Dadurch kann eine
Angriff auf der ganzen Verbindungslänge ausgeschlossen werden. Dazu muss
jeder an der
verschlüsselten Kommunikation beteiligter Host mit entsprechender VPN-Software
ausgestattet sein. Voraussetzung ist aber, dass die Host-Rechner leistungsfähig
sind, damit
der Aufwand und die Verzögerung, welche die VPN-Software naturgemäss mit
sich bringt, im
Rahmen bleiben. |
Site-to-Site

| Bei Site-to-Site tauschen
zwei Intranetze mit ihren Stationen Daten übers Internet aus. Die
Kommunikation über das Internet ist verschlüsselt und innerhalb eines
Tunnels. Der Vorteil
dieser Art der Verbindung von Rechnern über VPN’s liegt darin, dass keine
der lokalen
Arbeitsstationen mit spezieller VPN-Software ausgerüstet sein muss. Da
die Gateways die
ganze Arbeit mit der Sicherheit erledigen, ist das VPN für die Rechner
im LAN vollständig
transparent. Die Verwendung von sehr leistungsfähigen Security Gateways
wird vorausgesetzt. Neben der Belastung der Hosts senkt dies natürlich den zusätzlichen
Verwaltungsaufwand für den Administrator durch ein VPN erheblich. Falls das Vertrauen
gegenüber dem
Serviceprovider vorhanden ist, kann der ganze Sicherheit-Aufwand dem ISP
Internet Service
Provider überlassen werden. Damit überträgt man den administrativen Aufwand
und den
Support dem Provider. Aus sicherheitstechnischen Gründen ist das sicher
nicht eine optimale
Lösung. |

End-to-Site

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Bei der End-to-Site Kommunikation
handelt es sich um eine Kombination der beiden
vorangegangenen Fälle mit ihren Vor- und Nachteilen. Mit dieser Verbindungsart
werden die
mobilen Clients und Tele-Heimarbeiter ins VPN miteinbezogen. Dadurch
lassen sich die
vorher schon erwähnten Einsparungen bei den Telefonrechnungen erzielen,
so dass in kurzer
Zeit die Kosten für das VPN-Produkt wieder hereingeholt ist. Wie man
sieht wählen sich die
Benützer bei ihrem ISP ein und bauen dann eine sichere Verbindung zum
Firmennetz auf.
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Was
für VPN-Protokolle gibt es?
| Da das ursprüngliche TCP/IP–Referenzprotokoll
des Internets keinen Sicherheitsaspekt
bietet, musste das TCP/IP-Referenzmodell mit Sicherheitsprotokollen
ergänzt werden. Auf
dem Internet- Markt gibt es viele Protokolle, welche zur Realisierung
eines VPN verwendet
werden können. Die Protokolle können in die verschiedenen Schichten des
TCP/IP-Referenzmodell eingeteilt werden. |
| TCP/IP-Referenzprotokoll |
Sicherheits-Protokolle |
Kurze Beschreibung |
| Applikationsschicht |
IPSec (IKE)
S-HTTP
S-MIME
|
IP Internet Security
(Internet Key Exchange)
Secure Hyper Text Transfer Protocol
Sichere Übertragung von WWW-Seiten
Secure Multiprupose Internet Mail Extention Standard zur sicheren Übertragung
von
Email |
TCP/UDP
Transportschicht |
Socks
SSL
|
Socket Secure Server, Standard zur Nutzung von Internet-Diensten über einen Firewall
Secure Sockets Layer, Netscapes Technik zur sicheren Üertragung von HTTP (Hyper Text Transfer Protocol) |
| IP Vermittlungsschicht |
IPSec (AH, ESP)
Paket filtering |
IP Internet Security
Firewall
|
| Sicherungsschicht |
L2TP
PAP
CHAP
|
Layer 2 Tunneling
Protocol
Password Authentication Protocol (PAP)
Challenge Handshake Authentication
Protocol |
| Bitübertragungsschicht |
--- |
--- |
In diesem Projekt kommt für
die Realisierung des VPN das Sicherheits-Protokoll IPSec zur
Verwendung. Wie man aus der Tabelle entnehmen kann, arbeitet IPSec mit
AH, ESP und
IKE.
Zu diesem Modell ist noch zu sagen, dass die Protokolle auf dem dritten
Layer die universellsten sind, denn die in den höheren Layern schützen nur eine spezifische
Anwendung, und die
in den unteren Layern sind mediumspezifisch. |
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IPSEC
- IP Internet Security
| Entwickelt und verwaltet wird
dieser VPN-Standard von der IETF- Internet Engineering Task
Force. Mit IPSec steht ein allgemein verbindlicher, herstellerübergreifender
Standard zur
Verfügung, der den Datenaustausch zwischen unterschiedlichen Security
Gateways im
Rahmen einer VPN-Lösung regelt. Die zu verwendeten Protokolle im Rahmen
des IPSec-Standards müssen folgende Aufgaben bewerkstelligen: |
- Authentifikation der Gesprächspartner
- Integrität der Informationen
- Verschlüsselung der Informationen
- Massnahmen gegen Replay-Angriffe
- Schlüssel Managemen
|
|
Um diese Forderungen zu erfüllen,
verwendet man das AH- (Authentication Header), ESP-
( Encapsulating Security Payload) und das IKE (Internet Key Exchange)
Protokoll.
Bevor diese Protokolle näher
betrachtet werden, sollen die zwei Modi vorgestellt werden,
welche IPSec benützt. Je nachdem, ob man intern im lokalen Netzwerk
kommuniziert oder
extern über ein öffentliches Netz, hat man die Wahl zwischen Transportmodus
und Tunnelmodus.
|
Transportmodus
Dieser Modus wird mehrheitlich
innerhalb eines sicheren internen Netzes verwendet. Aus
diesem Grund ist der angewendete Sicherheitsgrad geringer als im Tunnelmodus.
Das
ursprüngliche Datenpaket wird nur in soweit verändert, wie es nötig ist,
um die Protokolle AH
und ESP anzuwenden. Das bedeutet, dass der ursprüngliche IP-Header erhalten
bleibt und je
nach dem, ob AH oder ESP angewendet wird, sind die Daten entweder nur
authentisiert oder
authentisiert und verschlüsselt.
Das positive dieses Modus ist das Sparen von Rechenzeit, weil die Datenpakete
weniger
Rechenintensiv bearbeitet werden müssen. Dies kann zum Beispiel für Echtzeit-Anwendungen, wie Telefonieren über das Internet, von Bedeutung sein. |
Tunnelmodus
Dieser Modus wird für Verbindungen
verwendet, welche über ein öffentliches Netz , wie das
Internet geht. Der Tunnelmodus in Verbindung mit dem ESP ist dafür das
geeignetste Mittel.
Die ursprüngliche Anwendung von Tunneling ist ein lokales Netz, welches
zum Beispiel die
Protokolle NetBIOS (IBM) und IPX (Novell) verwendet, um über ein TCP/IP-Netz
zu
übertragen. Dies wird erreicht, indem das originale Datenpaket in einen
IP-Datenpaket
‘eingepackt’ über das TCP/IP-Netz übertragen wird. Somit beinhaltet das
neue Datenpaket
das urspüngliche Datenpaket als seine Nutzdaten.
Mit dem Ziel einen grösseren Sicherheitsgrad zu erreichen, wird diese
Technik in IPSec
angewendet, denn durch das ‘Einpacken’ und zusätzlichem Verschlüsseln
mittels ESP wird
das gesamte ursprüngliche Datenpaket verhüllt. Somit bleibt im Tunnelmodus
die Identität
der Source- und Destination-Adresse im Verborgenen, oder anders gesagt,
die Identität der
Kommunikationspartner bleibt anonym. Das ist ein Vorteil gegenüber dem
Transportmodus.
Bezogen auf unser Modell sieht es folgendermassen aus: |

Ein weiteres Plus von Tunneling
ist die Benützung von privaten IP-Adressen. In der Regel ist
das lokale Netz mit privaten IP-Adressen aufgebaut. Wie man in der Skizze
sieht, wird der IP-Header_ Client (Bsp. 10.0.1.2) in den Nutzdaten des neuen Datenpakets
versteckt, welcher
einen IP-Header_SG hat, der routingfähig und somit eine registrierte IP-Adresse
(Bsp.
160.85.131.60) hat. Somit kann man also mit nicht routingfähigen Adressen,
Datenpakete
durch ein öffentliches TCP/IP-Netz senden.
Nachdem nun die zwei Modi erklärt worden sind, gehen wir nun auf die IPSec
Protokolle AH,
ESP und IKE näher ein. |
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Autentication
Header (AH)
| Das Authentication-Header-Protokoll
(AH) erzeugt bei einem Datenpaket einen zusätzlichen
Header. Dieser Header enthält die nötigen Informationen um eine Authentifikation
durchzuführen. Eine Authentifikation deckt die folgenden drei Sicherheits-Anforderungen
ab: |
- Bestätigung, dass das
empfangene Datenpaket vom richtigen Sender kommt
- Sicherstellen der Datenintegrität
- Schutz gegen Replay-Angriffe
|
Die ersten zwei Forderungen
werden mittels eines Hashwertes überprüft, welcher durch einen
Hashalgorithmus erzeugt worden ist. Es stehen zwei Hashalgorithmen zur
Verfügung:
HMAC-MD5, erzeugt einen Hashwert mit 128 Bit Länge
HMAC-SHA, erzeugt einen Hashwert mit 160 Bit Länge
Der Replay-Angriff wird durch die Angabe der Folgenummer verhindert, den
damit kann der
Empfänger erkennen, ob ein Datenpaket wiederholt gesendet wurde. Die Skizze
zeigt den
Aufbau eines AH-Headers. |

| Next Header:
|
Identifiziert
den Typ des Payloads, also ob es sich zum
Beispiel um ein TCP (Nr. 6) oder um ein UDP (Nr. 17)
handelt. |
| Payload Length: |
Länge des AH-Headers. |
| Reserved: |
Für zukünftige
Anwendungen reserviert. |
Security Parameter
Index SPI:
|
Dieser Wert ist
ein Pointer, welcher auf die Security
Association SA zeigt, welche für dieses Datenpaket zuständig ist. |
| Sequence Number: |
Schutz gegen Reply-Angriffe. |
Autentication
Data:
|
Hashwert, je nach
dem welcher Hashalgorithmus
verwendet wurde ist dieser Eintrag verschieden lang. |
|
Die Anwendung von AH bezogen
auf die zwei Modi sieht folgendermassen aus:
AH im Transportmodus:
|


| Obwohl der AH-Header mittels
des Hashwertes das ganze Datenpaket abdeckt, gibt es
einige variable Felder (Bsp. Time to Live, Header Checksum, usw.) , die
im Hashwert nicht
berücksichtigt werden, da sie beim Transport vom Ursprungsort zum Zielort
verändert werden
und somit den Hashwert ungültig machen würden. |
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Encapsulating
Secutity Payload (ESP)
| Der Unterschied zum AH-Protokoll
ist, dass bei ESP die Verschlüsselungskomponente
dazukommt. Das heisst, bei diesem Verfahren werden vier Sicherheitsanforderungen
erfüllt.
|
- Bestätigung, dass das
empfangene Datenpaket vom richtigen Sender kommt
- Sicherstellen der Datenintegrität
- Schutz gegen Replay-Angriffe
- Vertraulichkeit der gesendeten
Informationen
|
Durch das zusätzliche Verschlüsseln
werden die Informationen vor unberechtigten Lesern
geschützt. Folgende Verschlüsselungsalgorithmen können benutzt werden:
|
| DES_CBC |
(RFC 2405) |
Data Encryption
Standard_ Cypher Block Chaining |
| IDEA |
(RFC 2451) |
International
Data Encryption Standard |
| Blowfish |
(RFC 2451) |
|
| 3DES |
(RFC 2451) |
Triple Data Encryption
Standard |
| CAST_128 |
(RFC 2451) |
|
Auch mit ESP wird eine Authentifikation
durchgeführt. Im Gegensatz zu AH wird aber nicht
das ganze Datenpaket mit einem Hashwert abgedeckt. Im ESP bleiben die
IP-Header
unberücksichtigt.
Kommt ein mit ESP gesendetes Datenpaket beim Empfänger an, dann wird zuerst
die
Authentifikation durchgeführt. Falls diese in Ordnung ist, wird die Entschlüsselung
eingeleitet. Mit diese Vorgehensweise soll der Prozessor mit der sehr
rechenintensiven
Entschlüsselung nur dann belastet werden, wenn es wirklich notwendig ist.
Dadurch
verringert sich die Verletzbarkeit des Computers gegen 'Denial of Service'-Attacken
[->
Angriffe im Netz].
Die Skizze zeigt den Aufbau eines ESP-Datenpakets. Wie man sieht, sind
durch den höheren
Grad der Sicherheit auch der Umfang an Zusatzinformationen gestiegen. |
Security Parameter
Index SPI:
Sequence Number:
Payload Data:
Padding:
Pad Length:
Next Header:
Authentication Data:
|
[à Authentication
Header AH]
[à Authentication Header AH]
Verschlüsselte Nutzdaten
Je nach verwendetem Verschlüsselungsalgorithmus wird
als Input eine ganz bestimmte Länge des Datenpakets
verlangt um die Verschlüsselung durchzuführen. Das
Padding dient zum Erreichen der gewünschten Länge.
Länge des vorangehenden Padding Feldes.
Daten-Typ der Nutzdaten (TCP/UDP etc.)
Im ESP ist das Erzeugen eines Hashwertes optional, aber
aus Sicherheitsgründen wird es in der Regel gemacht.
Auch wenn die Daten verschlüsselt sind, wäre die Möglichkeit gegeben eine Fälschung der Daten vorzunehmen.
Durch den Hashwert wird das ganz klar verunmöglicht. |
Die Anwendung von ESP bezogen
auf die zwei Modi sehen folgendermassen aus:
ESP im Transportmodus: |
Jetzt könnte man sich die
Frage stellen, warum brauchen wir das AH-Protokoll. Es genügt
doch, wenn wir im ESP-Protokoll zusätzlich zur Verschlüsselung einen
AH-Header erzeugen.
Zwei Gründe dafür sollen hier kurz erwähnt werden:
In bestimmten Ländern (Frankreich), wo Kryptographie verboten ist ,
hat man gar kein andere
Wahl, als das AH-Protokoll zu verwenden. Somit gibt es also für das
AH-Protokoll weltweit
keinen Einschränkung für deren Benützung.
Eine Verbindung, welche nur Authentifikation braucht, zum Beispiel Kommunikation
innerhalb eines firmeninternen, abhörsicheren Netzes, spart man Zeit
( Prozessor muss
weniger arbeiten) und Bandbreite (Datenpaket enthalten weniger zusätzliche
Headers). |
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Praktisch
genutzte Kombinationen
Wie wir gesehen haben, gibt
es verschiedene Möglichkeiten eine sichere Verbindung
aufzubauen.
Je nach Situation wählt man den geeigneten Modus und das passende IPSec-Protokoll
aus.
In der Praxis haben sich die folgenden Kombinationen als die sinnvollsten
herausgestellt: |
Host-to-Host-Verbindung
| Bei Host-to-Host-Verbindungen
macht es keinen Sinn Tunneling zu verwenden, da der IP-
Header der gleiche wäre. Darum benützt man den Transportmodus mit AH
und ESP. Wie
man sieht, wird mit dem zusätzlichen benützen des AH-Headers die Authentifikation
auf das
ganze Datenpaket ausgeweitet. Dadurch erhöht sich natürlich der Sicherheitsgrad
der
Verbindung. |
Typische
VPN-Verbindung
| Zwei Hosts (H1 und H2) mit
privaten Adressen werden über Security Gateways (SG1 und
SG2) mit öffentlichen Adressen ans Internet verbunden. Die folgende
Skizze soll Aufschluss
geben, welcher Modus und welche Kombination von IPSec Protokollen innerhalb
der VPN-Verbindung verwendet wird. |
Beschreibung
H1 erzeugt ein Datenpaket mit Source (Src) und Destination (Dest.) Adresse
im IP-Header
und dem Payload im Klartext. Private IP-Adressen werden für die Adressierung
verwendet.
Bevor H1 die Daten auf das lokale Netz (10.0.1.0) sendet, wird das Datenpaket
mittels dem
ESP-Protokoll bearbeitet. An dieser Stelle könnte man sich fragen, ob
es wirklich nötig ist
ESP im Transportmodus anzuwenden, den in der Regel betrachtet man die
lokalen Netze als
sicher.
Für optimalen Schutz über das Internet verwenden die Security Gateways
den Tunnelmodus
und die beiden IPSec-Protokolle AH und ESP zusammen. Durch das Tunneling
bleibt die
Identität von Host 1 und 2 im Verborgenen, denn diese befindet sich
in den Nutzdaten, welche
durch das ESP-Protokoll verschlüsselt worden sind. Das einzige, was
man jetzt an diesem
Paket erkennen kann, sind die öffentlichen IP-Adressen der Security
Gateways SG1 und
SG2. Ein Sniffer hat somit weder Kenntnis über die Existenz der Subnetze,
noch über die
angeschlossenen Hosts. Er sieht nur die beiden Security Gateways. Durch
den zusätzlichen
AH-Header wird die Authentifikaton auf das ganze Datenpaket ausgeweitet,
was bekannterweise nur mit dem ESP-AH nicht gegeben ist.
Beim SG2 angekommen, wird das Paket zuerst mittels AH-Header authentisiert.
Falls die
Hashwerte für die Authentifizierung vom Sender und Empfänger übereinstimmen,
wird das
Datenpaket vom SG2 so bearbeitet, dass es wieder die Form hat wie in
2, also sich im
Transportmodus mit ESP befindet und so ins Subnetz (10.0.2.0) durchgeroutet
wird.
Am Ziel angekommen, wird mittels ESP-AH wieder eine Authentifikaton
durchgeführt. Dies
Schützt die Daten vor Angriffen aus dem Subnetz. Falls keine Änderung
des Datenpakets
vorgenommen worden ist, wendet der H1 das ESP-Protokoll an, um so das
Datenpaket zu
entschlüsseln. Jetzt liegt das ursprüngliche Datenpaket authentisiert
und entschlüsselt für
weitere Verarbeitungen für die oberen Layer zur Verfügung. |
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IKE
Internet Key Exchange
Ein sehr heikles Thema bei
jeder Verschlüsselung und Authentifizierung ist die Erzeugung
und Geheimhaltung der notwendigen Schlüssel, sprich das Schlüsselmanagement.
Die
verwendeten Algorithmen können auch noch so sicher sein, wenn die Geheimhaltung
der
Schlüssel unsicher ist, nützt auch der ausgereifteste Verschlüsselungsalgrorithmus
nichts.
Genau diese Sicherheit wird durch IKE geboten, wenigstens was die Erzeugung
anbelangt.
Wie wir noch sehen werden, kann man auf zwei Arten eine sichere Verbindung
übers Internet
mit IPSec aufbauen und zwar mit ‘Manueller Schlüsselverbindung’ und
‘Automatischer
Schlüsselverbindung’. Da in grösseren VPN’s mit mehreren Benutzern der
Administrative
Aufwand in Grenzen gehalten werden möchte, wird der ‘Automatischer Schlüsselverbindung’
mittels IKE ganz klar bevorzugt.
Bevor IKE näher betrachtet wird, soll für das bessere Verständnis des
Protokolls das Prinzip
von Diffie-Hellman erklärt werden, das ein wichtiger Bestandteil davon
ist. Eingesetzt wird
dieses Verfahren einerseits als Inputparameter bei der Schlüsselerzeugung
und anderseits
für das Sicherstellen von Perfect Forward Secrecy. |
Diffie-Hellman
Diffie Hellman gehört zu
den Public-Key-Systemen, welcher zum Schlüsselaustausch
verwendet wird. Mit Diffie Hellman wird das Problem gelöst, das zwei
Personen ein
Geheimnis, also in diesem Fall einen Schlüssel, vereinbaren können,
auch wenn sie es laut
und vor aller Augen der Öffentlichkeit tun müssen, sprich übers Internet.
Anhand eines
Beispiels soll der Algorithmus von Diffie-Hellman erläutert werden.
Ausgangslage:
Alice und Bob wollen einen gemeinsamen geheimen Schlüssel vereinbaren.
Einziges
Problem ist der Schlüsselaustausch. Es muss über das unsichere Internet
geschehen, wo
bekannterweise das Sniffen von Datenpaketen im Netz kein Problem ist.
Voraussetzung:
Alice und Bob verfügen je über zwei Schlüssel. Einer wird als privater
Schlüssel bezeichnet
und der andere als öffentlicher Schlüssel. Der private Schlüssel muss
geheim gehalten
werden. Der öffentliche Schlüssel kann für jedermann zugänglich sein. |
Person
|
Privater Schlüssel
(512 Bit, je grösser umso besser) |
Öffentlicher
Schlüssel
(grosse Primzahl > 10 100 ) |
| Alice |
x
|
n
|
| Bob |
y
|
g
|
| Damit jetzt Alice und Bob
einen geheimen Schlüssel über das Internet vereinbaren können,
braucht es nur zwei Datentransfers. Innerhalb dieser zwei Datentransfers
befinden sich die
nötigen Informationen, damit Alice und Bob ihren geheimen Schlüssel
erzeugen können.
Dieses Prinzip ist so raffiniert, dass ein Spion, obwohl er diesen Datentransfer
aufzeichnet,
keine Chance hat, den geheimen Schlüssel herauszufinden. Raffiniert
oder? |
Wie man sieht, wird im ersten
Datentransfer die beiden öffentlichen Schlüssel und das
Resultat des Rechenausdrucks ‘g^x mod n’ gesendet. Mit Hilfe dieser
Zahl wird dann der
geheime Schlüssel berechnet. Bob sendet nun seinerseits den gleichen
Rechenausdruck,
aber mit dem Unterschied, dass der Exponent diesmal sein privater Schlüssel
ist. Nachdem
nun beide im Besitz dieser beiden Resultate sind, potenzieren sie es
noch mit ihren privaten
Schlüsseln. Alice berechnet also (g^x mod n)^y und Bob (g^y mod n)^x
. Nun gilt folgender
Zusammenhang:
Nach dem Gesetz der modularen Arithmetik ergeben beide Berechnungen
(g^(y*x) mod n) .
Somit haben Alice und Bob einen gemeinsamen geheimen Schlüssel erzeugt.
Solange kein Algorithmus existiert, welcher aus den Rechenausdrücken
‘g^x mod n’ und
‘g^y mod n’ die privaten Schlüssel x und y berechnet, kann man den Diffie-Hellman
für die
Erzeugung eines geheimen Schlüssels verwenden. |
Aufgabe
von IKE
Nachdem nun das Prinzip
von Diffie-Hellman erklärt worden ist, wird jetzt näher auf das IKE
Protokoll eingegangen. IKE‘s Hauptaufgabe ist es, das automatische Realisieren
der
folgenden drei Komponenten für ein sicheres Schlüsselmanagemant:
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- Authentifikation des
Kommunikationspartners
|
IKE bietet vier verschiedene
Authenitfikatonsmethoden an, um sicherzustellen, dass
man auch wirklich mit der richtigen Person kommuniziert.
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- Authentifikation mit
Pre-Shared-Key
- Authentifikation
mit Digitaler Signatur
- Authentifikation mit
Public-Key-Verschlüsselung
- Verbesserte Methode
für Authentifikation mit Public-Key-Verschlüsselun
|
In Rahmen dieser Arbeit
gehen wir auf die Authentifikationmethoden mit Pre-Shared-Key und
Digitaler Signatur näher ein.
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- Erzeugen der Security
Association SA
|
- Schlüsselerzeugung und
Regenerierung Während des IKE Vorganges werden mehrere
Schlüssel erzeugt [-> Automatische Schlüs-selverbindung]. Folgende
Input-Parameter
werden für das Erzeugen der Schlüssel benützt:
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- Einige Parameter aus
den ersten vier Datenpaketen, welche durch die zukünftige
sichere Verbindung zwischen den Hosts ausgetauscht werden.
- Wahl der Authentisierungsmethode
ergibt je nach dem einen anderen Input-Parameter
- Parameter, welche mittels
Diffie Hellman erzeugt werden
|
Der Verschlüsselungsschlüssel
und Authentifizierungsschlüssel für die eigentliche Nutzdatenübertragung werden dann aus diesen Schlüsseln abgeleitet. Das Regenerieren
der
Schlüssel nach einer bestimmten Zeit erhöht zusätzlich den Sicherheitsgrad.
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ISAKMP/Oakley
Protokoll
IKE basiert auf zwei Protokollen,
nämlich ISAKMP (Internet Security Association and Key
Management Protocol) und Oakley (Name des Entwicklers). ISAKMP gibt
dem Rahmen vor
für die Authentifikation und den Schlüsselaustausch. Es gibt keine Auskunft,
wie es
implementiert werden soll. Somit können verschieden Verfahren benützt
werden, welche die
Rahmenvorstellung von ISAKMP erfüllen. ISAKMP wird in zwei Phasen realisiert:
|
- Phase 1 erzeugt ISAKMP-SA,
also diejenige Security Associtaton, welche zuständig ist
für die Verschlüsselung der ISAKMP-Datenpaket selbst.
- Phase 2 erzeugt die
IPSec-SA, die auf die Nutzdaten angewandt wird.
|
| Da ISAKMP den Rahmen vorgibt,
übernimmt das Protokoll Oakley die konkrete Ausführung der zwei Phasen.
Oakley besitzt folgende drei Modi: |
| Modus |
Anwendung |
Aufgabe |
| Main Modus |
Phase 1 |
Erzeugt ISAKMP-SA |
| Aggressive Modus |
Phase 1 |
Erzeugt ISAKMP-SA
schneller als im Main Modus, aber auf Kosten der Sicherheit |
| Quick Modus |
Phase 2 |
Erzeugt IPSec-SA |
Beim Verbindungsaufbau zwischen
zwei Gateways mit IPSec wird die Phase 1 nur einmal
durchgespielt. Hingegen die Phase 2 kann mehrere Male für das Regenerieren
der Schlüssel,
welche in der IPSec-SA angewandt wird, wiederholt werden.
Wie man gesehen hat, authentifiziert IKE Kommunikationspartner, erzeugt
und regeneriert
Schlüssel und zusätzlich bietet es Schutz gegen verschiedene Attacken,
wie |
- Denial-of-Service [->
Angriffe im Netz]
- Man-in-the-Middle [->
Angriffe im Netz]
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